Branchen-Exklusivität? Warum das keine gute Idee ist.

01.10.2025 | Florian Städtler

Auf keinem gesunden Markt gibt es eine mitbewerberfreie Zone. Und deswegen auch nicht auf einem Kongress, der ein Spiegelbild der Wirtschaft zeigt.

Am 15. Oktober 2025 öffnen wir die Türen zum 20. Freiburger Mittelstandskongress im Konzerthaus Freiburg. Diese Konferenz mit ihrem sorgfältig kuratierten Programm, einer erstklassigen Location, einer idealen Netzwerk-Umgebung und einem Blick in die Kongress-„Werkstatt“. All das wäre nicht möglich ohne eine große Anzahl von Sponsoring-Partnern.

 

Ein gar nicht so selten geäußerter Wunsch von im Wettbewerb stehenden Unternehmen ist paradox: Wäre das Leben für Innovatorinnen, Tüftler, Marketing-Leute und Unternehmer nicht viel einfacher, wenn man weniger Wettbewerber hätte? Vielleicht sogar gar keine Konkurrenz? So träumen manche vom Monopol.

Jeder mit einem Hauch wirtschaftlichem Sachverstand wird diesen Wunsch schnell wegwischen: Monopole führen zu höheren Preisen, der Innovationsdruck sinkt, Leistungspartner werden unter Druck gesetzt, die Qualität von Waren und Dienstleistungen sinkt und wirtschaftliche Macht konzentriert sich auf zu wenige.

Nun kann man diese gesamtwirtschaftlichen Überlegungen nicht eins-zu-eins auf unsere Kongress-Partnerschaften übertragen. Aber die Gründe, warum wir beim Freiburger Mittelstandskongress niemals Branchen-Exklusivität zulassen, liegen auf der Hand:

Der Kongress ist ein Spiegelbild der gesamten regionalen mittelständischen Wirtschaft. Also spiegelt er auch Konkurrenzverhältnisse und bietet verschiedenen Mitbewerbern die Möglichkeit gleichzeitig die Plattform Mittelstandskongress zu nutzen. Wettbewerb belebt sprichwörtlich das Geschäft, schafft Dynamik und Lebendigkeit. All das wünschen wir uns gut kuratiert für den Kongress und alle, die ihn besuchen und begleiten.

Ungern lassen wir uns von Berlinern, Kölnern, Münchnern und – Höchststrafe – von Stuttgartern sagen, dass das dort unten im Schwarzwald ja alles ganz nett ist („Münster, Bächle, Gässle…badischer Wein, Schwarzwaldtannen“), aber im Grunde doch tiefe Provinz.

Solche Herablassungen kann man sich mehr oder weniger zu Herzen nehmen, sich in Lokalpatriotismus und Metropolen-Bashing flüchten. Das ist jedoch der nächste Fall von Flucht vor dem Wettbewerb. Wenn wir zeigen wollen, dass wir im deutschen und internationalen Geschäft weiterhin bestehen wollen, müssen wir raus aus der badischen Gemütlichkeit und hin in andere Städte, Regionen, Länder. Oder wir holen überregionale „Hidden Champions“ und Vordenker nach Freiburg, um von ihnen zu lernen.

Denn wir alle brauchen sie, die bewusste Konfrontation mit den Besten. Den Austausch mit anderen Profis aus der eigenen Branche und darüber hinaus.

Und so wird es in Zukunft passieren, dass wir mehrere Partner aus einer Branche, verschiedene regionale Mitbewerber und Marktbegleiter in gut kuratierten Kooperationsformaten an Bord haben werden.

Denn jedes Ökosystem lebt von der richtigen Balance aus Wettbewerb und Kooperation. Diese Grundhaltung der „Coepetition“ allen Verantwortlichen unter den Unternehmerinnen und Unternehmern und insbesondere den Marketing- und Vertriebs-Verantwortlichen zu vermitteln, ist naturgemäß nicht so einfach.

Wir sind fest davon überzeugt, dass es sich lohnt, die von uns entworfene „Landkarte der Wertschöpfung“ nicht durch Schein-Monopole zu verzerren.