AN DIE SUBSTANZ
30.07.2026 | Florian StädtlerGeschichten von Konzentration und Gelingen
Die Lage ist ernst. Aber ist sie so hoffnungslos, wie sie Teile der Unternehmen, Verbände, Medien und Parteien beklagen?
Kann es sein, dass gefeierte Modelle wie die soziale Marktwirtschaft, das deutsche Exportmodell, die Qualität „Made in Germany“, die duale Ausbildung, das mittelständische Familienunternehmen allesamt nicht mehr funktionieren?
Ist die aktuelle Wirtschaftskrise historisch gesehen gefährlicher und unkontrollierbarer als die Krisen der letzten 80 Jahre? Solche Zukunftsfragen sind nie pauschal zu beantworten. Denn die Ursachen und Wechselwirkungen sind vielfältig. Das Ökosystem Wirtschaft ist komplex.
Eins aber ist klar: Die notwendigen Änderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden einschneidend sein. Mit dem Leben über die eigenen Verhältnisse, mit grenzenlosem Wachstum und der Friedensdividende ist es vorbei. Viele Erfolgsmodelle drohen, zu Auslaufmodellen zu werden.
Deutschen und europäischen Unternehmerinnen und Unternehmer war im Zusammenspiel mit Regierungen, Verwaltungen und der Zivilgesellschaft lange etwas Besonderes gelungen: Ein System einer gut ausbalancierten Marktwirtschaft aus Wettbewerb und Solidarität zu gestalten und dieses profitabel und regelbasiert zu nutzen. Es bleibt zu hoffen, dass die gesellschaftlichen Akteure uns auch in der derzeit schwierigen Lage positiv überraschen. Und dass das der mittelständischen Wirtschaft ebenso gelingt.
Wer ehrlich ist, muss sich eingestehen: Für einen Wandel zum Besseren sind radikale Veränderungen unumgänglich. Das ist ein echter Stresstest für Wirtschaft und Gesellschaft. Und somit auch für jede und jeden Einzelnen, der dieses System durch sein Tun, sein Nicht-Tun, seine Energie oder sein Zögern beeinflusst.
Beim Mittelstandskongress 2026 dreht sich vor diesem Hintergrund alles um Geschichten von Konzentration und Gelingen.
Was macht der Wandel mit der Identität unserer Unternehmen? Welche Chancen bieten uns Zukunftsmärkte? Welche Kompetenzen sind unverzichtbar? Wie bauen wir unsere Organisation um? Und welche Wechselwirkungen hat all das auf die Gesellschaft?
Es ist kein Zufall, dass diese fünf Leitfragen aus der „Wir-Perspektive“ gestellt werden. Die Schuld bei anderen zu suchen, hat noch selten zu Fortschritt geführt.
Trotz Krise, trotz Unsicherheit, trotz Bürokratie und trotz Geopolitik: Die Macherinnen und Macher aus dem Mittelstand übernehmen Verantwortung, konzentrieren sich auf das Wesentliche – die Substanz – und zeigen, wie man Dinge gelingen lässt. – Trotz allem.


